Vitus

Der Heilige Vitus wird insbesondere bei Geisteskrankheiten und geistiger Verwirrung angerufen.

Wer war Sankt Vitus?

Vitus starb im Jahre 304 nach Christi als Märtyrer. Der Legende zufolge wurde der Sohn eines heidnischen römischen Senators Hylas in Mazzara – dem heutigen Mazara del Vallo auf Sizilien – von seiner Amme Crescentia und seinem Erzieher Modestus bekehrt. Angeblich soll er schon als 7-jähriger Wunder vollbracht haben. Um ihn von seinem Glauben abzubringen wurde er von seinem Vater geschlagen und vor den Richter gebracht.

Auch der Richter befahl, ihn zu schlagen, aber dem Richter und seinen Knechten verdorrten die Arme, worauf Vitus betete und sie heilte. Daraufhin probierte der Senator es mit einer List und schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete, sah er seinen Sohn von sieben Engeln umgeben und wurde blind. Er gelobte vergeblich, einen Stier mit goldenen Hörnern im Jupiter-Tempel zu opfern; erst das Gebet des Sohnes heilte ihn.

Trotzdem trachtete er ihm weiterhin nach dem Leben, aber ein Engel veranlasste Vitus, mit seinem Lehrer Modestus und seiner Amme Creszentia auf einem Schiff nach Lucanien zu fliehen, wo ihnen ein Adler Brot brachte.
Vitus und seine Begleiter wurden entdeckt und zu Kaiser Diokletian gerufen. Vitus heilte zwar dessen besessenen Sohn, aber er weigerte sich auch jetzt, den Göttern zu opfern und wurde mit Modestus und Crescentia ins Gefängnis geworfen. Doch wieder geschah ein Wunder und die schweren Eisenplatten, die sie erdrücken sollten, fielen von ihnen und Engel erleuchteten die Finsternis des Kerkers.

Daraufhin warf man sie in einen heißen Ölkessel, aber sie stiegen unversehrt heraus. Ein Löwe wurde auf sie gehetzt, aber der legte sich zahm zu ihren Füßen und leckte sie. Mit Modestus auf die Folterbank gespannt, um mit Haken zerfleischt zu werden, zerschlugen Blitze das Martergerät, ein Erdbeben ließ die Tempel rundum einstürzen, die Folterknechte und das entsetzt fliehende Volk wurden von den Trümmern erschlagen. Engel lösten Vitus, Modestus und Creszentia von ihren Fesseln, brachten sie nach Lucanien zurück und betteten sie am Ufer des Flusses Sele, wo sie ruhten und sanft im Gebet ihre Seelen aufgaben. Adler bewachten ihre Leiber, bis die fromme Witwe Florentia sie fand und bestattete.

Fürwahr ein ereignisreiches Leben und Sterben und sicherlich Legende mit einem wahren Kern. Kein Wunder, dass Vitus heilig gesprochen wurde.
Nach einer Legende soll Bischof Otto von Bamberg bei der Bekehrung der Pommern, die einen Hahn heilig hielten, ein silbernes Reliquiar mit Gebeinen des Vitus, das von einem Hahn gekrönt war, aufgestellt haben; dieses Reliquiar haben die Pommern anerkannt, so wurden sie durch die Kraft der Reliquien bekehrt.
Vitus’ Verehrung ist schon früh belegt. Papst Gelasius I. weihte ihm eine Kirche, Papst Gregor I. berichtete von Klöstern auf Sizilien und Sardinien, die seinen Namen tragen. Der Überlieferung zufolge wurden seine Gebeine 583 von Sizilien aufs italienische Festland übertragen, Abt Fulrad erwarb 756 Reliquien für sein Kloster St-Denis, – dem heutigen Stadtteil von Paris -, 836 kamen diese in die berühmte Abtei Corvey. Davon erwarb Herzog Wenzeslaus eine Armreliquie, für die er in Prag eine Kirche errichtete, aus der der Veits-Dom wuchs; hinzu kamen dort weitere Reliquien, die Kaiser Karl IV. in Pavia erwarb und die im 30-jährigen Krieg in Corvey geraubt wurden, darunter Veits Haupt. An rund 150 weiteren Orten erklärt man sich im Besitz von Reliquien. Insofern war Vitus neuzeitlich gesprochen ein “Star” unter den frühen Nothelfern. Über 30 Patronate belegen, wie volkstümlich und beliebt dieser Heilige war.

Ganz speziell wird es von Nervenkranken, insbesondere dem an Veitstanz Erkrankten angerufen. Veitstanz oder auch Chorea ist eine der Epilespie ähnliche Nervenkrankheit mit ungewollten, spastischen Bewegungen des gesamten Körpers, die sich willentlich nicht unterdrücken lassen und durch eine organische Schädigung im Zentralnervensystem bedingt sind. Aber auch bei anderen Nerven- und Geisteserkrankungen gilt Vitus als Schutzpatron.

1 comment for “Vitus

  1. admin
    23. November 2009 at 16:32

    Sehr geehrte Damen und Herren.
    Mit Interesse habe ich Ihre Informationen über die Vierzehnheiligen und speziell über den Heiligen Veit gelesen. Ich beschäftige mich schon seit Jahren hobbymäßig oder ehrenamtlich mit diesem heiligen, da er auch der Namenspatron meiner fränkischen Heimatgemeinde ist. Für Gruppen leite ich auch Führungen in unserer evangelischen Veitskirche, die mit 4 mittelalterlichen Altären aus Nürnberger Werkstätten ein Schatzkästchen in Bezug auf die Heiligenverehrung ist.
    Meine “Vorträge” drehen sich vor allem um das Thema: “Die Verehrung des Heiligen Veit – oder wie Veitsbronn zu seinem Namen kam”.
    Natürlich habe ich auch schon seinen Geburtsort Mazzara auf Sizilien besucht und sammle alles, was mit der Verehrung dieses Heiligen zusammen hängt. Vierzehnheiligen (Basilika) und das Frankenlied von Viktor Scheffel: Zum Hl. Veit von Staffelstein..” sind besonders markante Punkte in Franken.
    Da auch im Württembergischen Ort FLEIN eine Veitskirche steht, wird von den dortigen Weingärtnern der beste Wein (und Sekt) als St-Veit-Edition abgefüllt. Das sind ganz feine Genüsse, die mir da der Hl. Veit beschert.
    ….
    Mit freundlichen Grüßen

    Johann Feder
    Am Schelmengraben 5
    90587 Veitsbronn

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