Katharina

Die Heilige Katharina ist die Schutzpatronin der Frauen, Mädchen und Jungfrauen sowie der Gelehrten

Wer war Sankt Katharina?

Anders als bei anderen Nothelfern ist von Katharina erst zu einem recht späten Zeitpinkt Notiz genommen worden, sie wurde erst ab dem 10. Jahrhundert überliefert. In ihrer Gestalt vereinigen sich Schicksal und Wesenszüge der heidnischen Gelehrten Hypatia, die 415 durch Cyrill von Alexandria getötet worden war. Zunächst entstand die Leidensgeschichte, die starke Verbreitung erfuhr; von ihr ausgehend erfolgte dann weitere Ausschmückung und im 12. bis 15. Jahrhundert wachsende Legendenbildung. Es gibt also gute Hinweise darauf, dass Katharina keine reale Person war, sondern sich in ihr die Leidens- und Lebenswege verschiedener Menschen in der Überleiferung vereinen.
Der Legende nach war Katharina die Tochter des Königs Costus von Zypern. Als der Sohn des Kaisers die schöne, hochgebildete und unermesslich reiche Frau heiraten wollte, sah diese in einem Spiegel, dass ihr der Bewerber nicht an Adel, Schönheit, Reichtum und Weisheit entspreche. Auch andere Männer wies sie stolz ab. Ein Einsiedler wies sie auf Jesus Christus als den einzig wahren Bräutigam hin. Sie ließ sich taufen und erlebte in einer Vision, wie das Jesuskind ihr den Verlobungsring an den Finger steckte.

Katharina reiste nach Alexandria. Als der römische Kaiser Maxentius während eines Militärzugs in die Stadt heidnische Opfer auch von den Christen verlangte, intervenierte sie und fragte, warum der Kaiser nicht seinem Aberglaube abschwöre und sich zu Christus bekenne. Der Kaiser verlangte auch von ihr das Götzenopfer; Katharina weigerte sich und bestand darauf, ihr Recht und ihre besseren Argumente in einer Diskussion zu beweisen. Der Kaiser lud die 50 besten Philosophen ein, die aber allesamt gegen die kluge Argumentation Katharinas die Waffen strecken mussten und sich dann selbst taufen ließen; dafür wurden sie vom wütenden Kaiser verbrannt. Hieraus erklärt sich auch die Bedeutung Katharinas für die Gelehrten.

Nun bot der Kaiser selbst Katharina die Ehe an; sie weigerte sich, worauf der Kaiser ihr die Kleider vom Leib riss und Sie  mit Geißeln ausgepeitschen und ins Gefängnis werfen liess. Im Kerker brachte ihr eine weiße Taube Nahrung, ein Engel tröstete sie, worauf die Wachmannschaft sich bekehrte. Hieraus erklärt sich Katharina Bedeutung als Schutzheilige für verfolgte Frauen.

Schließlich sollte Katharina gerädert und gevierteilt werden, doch die Räder brachen und töteten statt dessen die Folterer. Dieses Wunder brachte das Volk, die Garde und die Kaiserin auf ihre Seite. Als seine eigene Frau ein Bekenntnis über die Macht des Christengottes ablegte, ließ der Kaiser Katharinas Brüste abreißen und seine ganze von ihr bekehrte Garde umbringen. Wenig später ließ er Katharina enthaupten, doch aus ihrer Halswunde strömte kein Blut, sondern Milch; Engel ergriffen ihren Leib und entführten sie auf den Berg Sinai, wo das um 550 entstandene Kloster des brenenden Dornbusches – nach 2. Mose 3, 2 – 4 – nun nach ihr benannte wurde.

Der Sarkophag mit dem angeblichen Leichnam Katharinas befindet sich im nach ihr benannten Kloster auf dem Sinai in der von Kaiser Justinian erbauten Basilika. Der Älteste schriftliche Hinweis auf Katharina findet sich in einem Passional von 840. Im 11. Jahrhundert erschien ihr Name in einigen griechischen Heiligenverzeichnissen, vom 12. Jahrhundert an wurde sie allgemein und nun auch im Abendland verehrt. Ab dem 13. Jahrhundert war Katharina nach Maria die am meisten verehrte Heilige und wurde eine der Vierzehn Nothelfer. Im 14. Jahrhundert kam die Legende von der mystischen Vermählung Katharinas auf, nach der ihr in einer Traumvision der Jesusknabe im Arm seiner Mutter den Vermählungsring an den Finger steckt und über sie die Worte der Jungfrauenweihe spricht.

Am Kathrein-Tag endete früher die Zeit des Viehs auf der freien Weide und begann die Schafschur, Mägde und Knechte bekamen ihren Lohn ausbezahlt. Ab dem Katharina-Tag durfte früher im alpenländischen Raum zur Vorbereitung auf Weihnachten und noch bis zur Fastnacht nicht getanzt werden: Kathrein stellt den Tanz ein.

Die Schneiderinnen in Pariser Modehäusern heißen bis heute nach ihr Cathérinettes und feiern den Tag mit Champagner; kleinere Betriebe lassen ihre Angestellten zum Gottesdienst gehen und anschließend zur Statue ziehen, die sie mit einem grün und gelb geschmückten Hut verzieren; früher steckten dann Jungfrauen, die schon 25 Jahre alt waren, Nadeln in diesen Hut, was ihnen noch im Lauf des Jahres einen Mann bescheren sollte; grün steht für die Hoffnung, gelb für das Blut der Katharina, das in Milch verwandelt war.

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