Erasmus

Der Heilige Erasmus wird angerufen insbesondere bei Leibkrankheiten, Krämpfen, Geburten und so weiter – sowie bei Erkrankungen der Haustiere

Wer war Sankt Erasmus?

Erasmus war wohl um 300 Bischof von Antiochia – dem heutigen Antakya. Er verbarg sich nach den Ältesten Legenden sieben Jahre im Libanon-Gebirge, um die Diokletianische Christenverfolgung durch inständiges Gebet abzuwenden. Ein Rabe brachte ihm Nahrung, bis er auf Geheiß eines Engels nach Antiochia zurückkehrte, vor Gericht gestellt und ins Gefängnis geworfen wurde.

Mehrfach von Engeln befreit, kam Erasmus der Überlieferung nach auch nach Sirmium in Illyrien – dem heutigen Sremska Mitrovica in Serbien. Er wurde Diokletian und später Maximian gegenübergestellt und überwand alle Martern in strahlender Schönheit: mit einer Seilwinde habe man ihm die Gedärme herausgezogen – diese Winde hat ihn zum Patron der Schiffer bestimmt. In einen Kessel mit kochendem Öl gestellt, fächelten Engel ihm Kühlung zu; das herausspritzende Öl aber traf den Kaiser, der Erasmus um Heilung anflehte, als der dem Kessel unbeschadet entstieg. Erasmus wurde vor den Jupiter-Tempel geführt, wo die Statue zu Staub zerfiel, ein riesiger Drache herausfuhr und von Erasmus vertrieben wurde. Er bekehrte daraufhin Tausende und taufte sie.

Vom Erzengel Michael wurde Erasmus dann nach Fórmia in Kampanien geleitet. Auf der Seereise konnte sein Gebet den Sturm stillen. Am neuen Wirkungsort lebte und wirkte er als Seelsorger, von Engeln ernährt, bis er nach siebenjähriger segensreicher Tätigkeit hochbetagt sanft entschlief. Erasmus gilt aber auch als Märtyrer, weil er nach anderer Überlieferung in Fórmia an den Folgen seiner zweimaligen Martern in Antiochia und Sirmium starb.

Erasmus’ Gebeine wurden im 9. Jahrhundert nach Gaëta gebracht. Reliquien gelangten auch nach Magdeburg, sie wurden von Kardinal Albrecht von Brandenburg in das Stift der von ihm gegründeten Erasmus-Bruderschaft auf dem Moritzberg bei Halle übertragen. Das vor Gewittern auf der Mastspitze der Schiffe sichtbare St.-Elms-Feuer – blaue Flämmchen durch elektrische Entladung – wird in Portugal und Italien, wo er Elmo genannt wird, auf ihn bezogen: Erasmus soll während eines Gewitters gepredigt haben, aber über ihm und seinen Gefährten blieb der Himmel hell, obwohl ringsum Blitze zuckten.

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