Ägidius oder Gilles oder Egidius

Der Schildträger, auch Egidius oder Gilles genannt. Hilft beim Ablegen der Beichte und beschützt junge Mütter

 

Wer war Sankt Ägidius?

Als einziger der 14 Nothelfer starb Ägidius nicht als Märtyrer eines gewaltsamen Todes. In der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts soll Ägidius, ein vornehmer Athener, in die heutige Camargue in Frankreich gekommen sein, wo er zunächst als Einsiedler lebte. Der Legende zufolge nährte ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch. Ägidius wurde bei einer Jagd vom Pfeil des Westgotenkönigs Wamba getroffen als dieser versuchte, dies Tier zu erlegen. Um seine Schuld zu tilgen, gestattete der westgotische Monarch dem Verletzten, nach seiner Genesung ein Kloster zu gründen. Um 680 gründete Ägidius die Benediktinerabtei St-Gilles, der er bis zu seinem Tod als Abt vorstand.

Auch weitere Legenden ranken sich um das Leben des Ägidius. So ließ ihn den Sohn des Fürsten von Nîmes zum Leben erwecken. In Rom warf er demnach unter Gebeten die ihm vom Papst für sein Kloster geschenkten Türen aus geschnitztem Zypressenholz in den Tiber, er fand sie dann nach seiner Rückkehr im Hafen seines Klosters wieder. Als ein Klosterbruder an der Jungfräulichkeit von Maria zweifelte und drei Fragen in den Sand schrieb, erblühten als Antwort des Ägidius drei weiße Lilien aus dem dürren Boden.

Andere Legenden verlegen gar Ägidius Lebenszeit um rund 100 Jahre nach hinten. Demzufolge soll sich Karl der Große um die Fürbitten des Ägidius bemüht haben. Demnach brachte ein Engel eine Schrift mit der bestätigten Sündenvergebung auf den Altar, an dem Ägidius sein Amt versah. Seitdem gilt Ägidius als Beistand einer guten Beichte und Vergebung und zählt als solcher zu den 14 Nothelfern. Sein Tod wurde ihm im voraus verkündet, bei der Bestattung des Entschlafenen hörten Anwesende die Chöre der Engel, die seine Seele gen Himmel trugen.

Schon im 11. Jahrhundert waren Wallfahrten zu seinem Grabe berühmt wie die nach Rom oder Santiago de Compostela. Das Kloster St-Gilles wurde in den Hugenottenkriegen des 16. Jahrhunderts zerstört, die Mönche kamen dabei um. Die Gebeine von Ägidius liegen heute in Toulouse. Der Ägidiustag ist noch heute vielerorts ein Tag der Volksfeste, an manchen Orten wird den Vieh geweihter Fenchel ins Futter gemischt.

Auch in zahlreiche Ortsnamen lebt Ägidius weiter, auch im deutschen Sprachraum, in dem er auch unter dem Namen Gilg bekannt ist. So gehen Gillenberg bei Aachen, Gillersdorf in Thüringen, Ilgesheim bei Trier – heute der Truppenübungsplatz nordwestlich von Baumholder -, St. Ilgen bei Heidelberg, St. Aegyd am Neuwalde in Niederösterreich oder St. Gilgen am Wolfgangsee auf den Heiligen Ägidius zurück.

Post navigation